Das Aktienumfeld trübt sich weiter ein. Nicht nur die konjunkturellen Indikatoren signalisieren eine Abkühlung, die Unternehmen haben bereits begonnen ihre Prognosen zurückzunehmen, weshalb kaum noch eine Woche ohne eine Gewinnwarnung vergeht. Investoren werden vorsichtig. Und nun nehmen die Sorgen bezüglich Italien zu, das sich direkt auf eine neue Schuldenkrise zubewegt. Die Anleger suchen daher eilig das Ferne, denn im Gesamtbild sieht es für den DAX gar nicht gut aus.
Die Probleme, mit denen sich die Börsen konfrontiert sind, sind keinesfalls neu. Sie wurden eine Zeit lang einfach ignoriert, und solange die Aktienkurse gestiegen sind, war die Börsenwelt auch in Ordnung. Doch nun will der DAX nicht mehr ansteigen und Anleger suchen in der Folge das Weite. Auch die zur Schau gestellte wirtschaftliche Stärke der USA ist keinesfalls überzeugend. Sie profitiert vorübergehend von Steuersenkungen für Unternehmen. Ein Großteil des angeblichen wirtschaftlichen Erfolges ist schuldenfinanziert und steht damit auf wackligen Füßen. Es sollte keinesfalls überraschen, wenn die USA schon bald in eine Rezension schlittert.
DAX, Tageschart, Stand 12.246 Punkte
Der deutsche Aktienmarkt befindet sich in einer schwachen Situation. An den gelben Kacheln lässt sich gut erkennen, wie die letzten Hochs nicht mehr erreicht werden. Die Kraft der Käufer ist nicht mehr ausreichend. Aus anderem Blickwinkel lässt sich auch formulieren, dass die Verkäufer in der Mehrzahl sind und unbedingt ihre Anteile verkaufen. Dies führt zu Verkaufsdruck.
Im großen Bild arbeitet der deutsche Leitindex an einer Trendwende, wie der Artikel „DAX: Angst vor dem Bärenmarkt“ bereits dargestellt wurde. Immer wieder fällt der Index an die Aktivierungslinie bei 11.880 Punkten. Bisher gelang eine Verteidigung dieser wichtigen Zone. Doch mit der Abkühlung der Konjunktur und den schwächeren Unternehmensgewinnen ist ein Bruch naheliegend und wahrscheinlich.
Aus dem obigen Chartbild lässt sich die aktuell kritische Situation gut ablesen. Der DAX ist in einem großen Trendkanal (hellblauer Bereich) gefangen, welcher ihn stetig nach Süden führt. Gleich im Januar dieses Jahres wurde das Jahreshoch bei 13.596 Punkten markiert. Seitdem geht es unter Schwankungen abwärts. Die Kursbewegung in diesem Jahr ist Teil der rechten Schulter der Schulter-Kopf-Schulter Umkehrformation.
Unter der Bedingung, dass der DAX unterhalb von 12.600 Punkten verbleibt, muss der Blick nach Süden gerichtet werden. Bereits die nächsten Wochen werden zu einer Bewährungsprobe, weil sich unter den gegeben Umständen Investoren von Markt fernhalten werden. Folglich muss der Blick nach Süden gerichtet werden, denn ohne ausreichend Nachfrage fallen die Kurse (bei gleichbleibendem Angebot).
Die nächsten Ziele ergeben sich aus dem Chartbild und sind mit grünen Kacheln visualisiert. Der DAX sollte erneut die wichtige Kurszone bei 11.880 Punkten (Ziel 1) ansteuern und dann auch durchbrechen. Schnell sollte dann auch der Preisbereich bei 11.690 Punkten (Ziel 2) erreicht werden, da dann die Trendwendeformation SKS aktiviert werden wird. Nach einer kurzen Atempause sollte sich die skizzierte Abwärtsbewegung fortsetzen und dann auch den Preisbereich bei 11.430 Punkten (Ziel 3) erreichen.
Wir informieren unsere Leser mit aktuellen Analysen zum DAX. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team