An der Börse geht es häufig um die Meinungshoheit. Eine Gruppe setzt sich durch und gibt eine Richtung vor. In der Folge passt sich die Haltung der übrigen Anleger an die führende Meinung an. Solch eine erste Richtungsvorgabe ist wichtig, denn sie lenkt die Stimmung, und das wiederum hat Auswirkungen auf Kauf- oder Verkaufsentscheidungen. Beim DAX ist nun ein Kursniveau erreicht worden, wo der Trendpfeil auf negativ drehen könnte. Eine Richtungsentscheidung steht an.
Der deutsche Aktienmarkt notiert unterhalb der 12.000 Punkte Marke. Solch ein Wochenschluss ist für eine überwiegende Mehrheit an der Börse überraschend. Hatte man doch bis zuletzt gehofft, dass man es den US-Indizes nachmachen und ebenfalls auf neue Rekorde ansteigen kann. Von dieser Erwartungshaltung ist nun nichts mehr übrig. Die Realität am Finanzmarkt setzt sich durch und verdrängt die Hoffnungen der Anleger. Ein Ende der langjährigen Börsenhausse steht bevor.
DAX, Tageschart, Stand 11.959 Punkte
Der DAX musste in kurzer Zeit deutlich nachgeben. Das ist nicht verwunderlich, denn nach vielen Jahren des Kursanstiegs sitzen noch immer viele Anleger auf Gewinnen, die sie nun eilig realisieren wollen und sogar müssen. Daher überwiegt der Verkaufsdruck deutlich.
Die charttechnische Lage ist brisant, wie der Blick auf das obige Chartbild zeigt. Der kritische Bereich bei 11.880 / 11.900 Punkten ist erreicht worden. Diese Zone ist, wie in dem Beitrag „DAX: Angst vor dem Bärenmarkt“ beschrieben, von großer Bedeutung, weil ein Unterschreiten dieser Zone eine Trendwende zu einem Bärenmarkt einläutet. Wenn die positiv eingestellten Marktteilnehmer einen irreparablen Schaden im Chartbild verhindern wollen, dann müssen sie jetzt alles geben und den DAX wieder nach Norden führen. Ebenso haben die Verkäufer ein Interesse daran, den Durchbruch nach Süden zu erzielen und damit handfeste Fakten zu schaffen. Es kommt nun zu einem entscheidenden Schlagabtausch.
Die beschriebene Zone bei 11.880 – 11.900 Punkten sollte im ersten Anlauf dem Druck der Verkäufer standhalten können. Bereits im Freitagshandel konnte dieser Bereich über den ganzen Nachmittag hinweg verteidigt werden. Zum Ende des Handelstages ging es gar ein wenig aufwärts, sodass ein Doji im Tageschart zu erkennen ist. Trotz zwischenzeitlicher Verluste konnte das Eröffnungsniveau erreicht werden.
Zu Beginn der neuen Woche kann der DAX daher den Versuch unternehmen, eine Korrekturbewegung zu beginnen. Sie hat es unter den gegebenen Umständen schwer und sollte nicht weit kommen. Ein Zielbereich lautet 12.100 / 12.130 Punkte. Dort verläuft eine fallende Trendlinie, die sich als hemmend darstellen sollte. Gelingt es dem DAX diesen Widerstandsbereich zu bezwingen, dann könnte er auch noch bis 12.400 Punkte ansteigen. Spätestens an dieser Stelle sollte eine Gegenbewegung auf die bisherigen Verluste enden.
Schon bald wird der Index wieder an die angesprochene Schlüsselzone gedrückt werden. Die Last, die durch die Verkäufer verursacht wird, ist zu groß. Diese werden sich beeilen, kurzzeitig gestiegene Kurse zum Ausstieg aus ihren Positionen zu nutzen. Ein neuer Anlauf in den Bereich bei 11.880 – 11.900 Punkten sollte diesmal auf geringere Gegenwehr treffen und folglich zum Bruch führen. Sofort werden die Verkäufe zunehmen und den Index weiter sinken lassen. In diesem Fall lautet das nächste Kursziel 11.450 Punkte.
Während in den letzten Monaten die Börsenlage den Käufern zugeschrieben wurde, und Kursrückgänge meist als Kaufgelegenheiten interpretiert wurden, ändert sich die Situation nun grundlegend. Der Trendpfeil an der Börse könnte schon bald nach Süden zeigen.
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Ihr
start-trading Team