Anleger mussten am Aktienmarkt den gesamten Monat Oktober mit Kursverlusten kämpfen. Doch nun scheint Bewegung in die Börse gekommen zu sein. Es zeigen sich nämlich erste Käufer, die bereits zu einer Verteidigung des Kursbereiches bei 11.050 Punkten beigetragen haben. Nun beginnen die Anleger Mut zu schöpfen. Beim Brexit tut sich was und eine Jahresendrallye wäre auch schön, so lauten die ersten Hoffnungsschimmer. Und da wäre noch eine Chartformation, die ebenfalls für gute Laune sorgt.
Der Aktienmarkt befindet sich in einer schwierigen Lage. Der DAX hat von seinem Jahreshoch schon viel verloren. Manch einer nimmt das Wort Bärenmarkt in den Mund. Dieser ist laut allgemeiner Auffassung gegeben, wenn ein Basiswert von seinem Hoch mehr als 20 % verliert. Beim Deutschen Aktienindex ist dieses kritische Niveau fast erreicht worden, da ein Kursverlust von 18 % vorliegt. Aber von direkt weiter fallenden Kursen scheinen die Anleger noch nicht überzeugt zu sein. Sie hoffen noch, dass das Schlimmste abgewendet werden kann, besonders mit dem Hinweis auf die saisonale Komponente, nämlich, dass es zu einer Jahresendrallye kommen könnte.
DAX, Stundenchart, Stand 11.156 Punkte
Der DAX musste eine Zeit lang mit dem Preisbereich bei 11.050 / 11.100 Punkten kämpfen. Zum Ende der Woche konnte diese Zone verteidigt werden. Damit verschönert sich ein wenig die Wochenkerze (jetzt mit einer Lunte), da sich der Index von den Tiefstständen erholen konnte. Damit ist der Index zwar nicht gleich gerettet, denn bekannte Sorgen lasten weiterhin auf dem Aktienmarkt, doch es macht sich etwas Hoffnung breit.
Der erste kleine positive Funke ist, dass der Preisbereich bei 11.100 Punkten verteidigt werden konnte. Damit unterstreicht eine Trendlinie (gestrichelt und rot), dass sie von den Akteuren beachtet wird. In der Vergangenheit war es so, dass wenn diese gehalten hat, dass dann der Index auch bis zur durchgehenden roten Linie bei ca. 11.320 Punkten angestiegen ist. Sie ist entscheidend für den weiteren Trendverlauf (im Stundenchart).
Zu Beginn der neuen Woche ist demnach ein Heranlaufen an diesen Bereich wahrscheinlich. An dieser Schlüsselstelle (gelber Kreis) kommt es dann zu einer Richtungsentscheidung. Ein Austritt über die fallende rote Trendlinie ist möglich und nimmt Formen an, sobald der DAX über 11.350 Punkte steigt. Dann sind weiter steigende Notierungen wahrscheinlich, welche dann ein Kursziel bei 11.700 Punkten haben. In der Folge beruhigt sich der Anstieg und Anleger orientieren sich neu.
Ein weiterer Aspekt, warum die Hoffnung unter den Marktteilnehmern gerade etwas zunimmt, ist dass durch die zweimalige Verteidigung des Bereiches bei 11.050 Punkten (untere beiden grünen horizontalen Linien), die ersten Anleger glauben, es würde sich ein Doppeltief anbahnen. Es signalisiert, dass den Verkäufern in diesem Bereich die Kraft ausgeht. Solch ein belastbares Tief sorgt in der Regel für steigende Kurse. Dabei, und hier gilt Vorsicht walten zu lassen, ist per Definition eine Doppeltief Formation erst dann abgeschlossen, wenn der Preisbereich bei 11.700 Punkten (obere gestrichelte horizontale Linie) übersprungen wird. Sie ist demnach noch nicht spruchreif. Dennoch, besonders unter Privatanlegern, sind zwei Tiefs schnell ein Grund von dieser Formation auszugehen, doch soweit ist es bisher nicht.
Die kommende Woche wird wieder durch die Themen Italien und Brexit (mehr) dominiert werden. Und obwohl die Ausgangslage keineswegs berauschend ist, kann es kurzzeitig zu steigenden Notierungen kommen. Zumal vermehrt Anleger auf eine Jahresendrallye hoffen.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team