Viele Trader wollen den schnellen Gewinn. Es ist wie bei einem Sportwagen. Niemand will so einen im Alter von 60 Jahren fahren. Nein, den Sportwagen will man schon mit 30 durch die Straßen lenken. Diesem Wunsch folgend wird schnell gehandelt, wenig nachgedacht und viel riskiert. Warum kann der Trader es nicht langsam angehen lassen? Der Gewinn rennt an der Börse nicht weg. Geld liegt immer an der Börse herum. Es gibt aber einen wichtigen Faktor. Die Zeit rennt dem Trader davon. Er kann also nicht anders.
Die meisten Trader halten das Handeln auf großen Zeitebenen wie dem Tageschart oder dem 60-Minuten Chart für langweilig. Das ist es wohl auch. Bis Entscheidungen getroffen werden können, muss ein ganzer Tag oder eine ganze Stunde abgewartet werden. Lieber wird sich in den Chart gezoomt und im 15min, 5min oder ganz extreme Trader im 1min Chart getradet. Auf kleinen Zeiteben passiert auch so Einiges, da geht es hin und her, so schnell kann der Trader manchmal gar nicht ordern.
Der Trader kann (und will) nicht auf eine Tradinggelegenheit warten, die nur 1 mal am Tag vorkommt. Das ist nicht das, was er sich unter Trading vorstellt. Vor allem ist es nicht das Adrenalin, der Kick, mit dem man den Märkten ein Schnäppchen schlagen kann. Im tiefsten Inneren will jeder Trader der Beste sein. Warum auch nicht? Zu wissen, was der DAX in den nächsten Minuten macht, das ist schon toll.
Jedenfalls soll mit diesem Wissen schnell Geld gemacht werden. Kein Wissen bringt etwas, wenn man es nicht für sich verwerten kann. So folgt der Trader seinem Instinkt und will das Geld schnell ertraden. Es ist logisch, denn er hat einen Plan, er weiß, wie sich der Markt bewegen wird und er hat das Geld für den Einsatz. In Kombination müsste er daraus noch mehr Geld machen können. Los geht's.
Damit das Traden schnell einen ordentlichen Gewinn abwirft, wird mit dem Einsatz nicht gespart. Der gleiche Trader, der in den Nachbarort fährt, um dort günstiger zu tanken oder derjenige, der sich nicht einmal eine Playstation gönnt, der geht ungeniert in die Vollen wenn es um die Positionsgröße geht. Der rationelle Gedanke geht bei dem Wunsch nach dem schnellen Gewinn völlig flöten. Niemand will sich die ganze Arbeit für wenige Euros machen, niemand will mit Kleckerbeträgen handeln, wenn er auch klotzen kann. Ihr Opa hat es ihnen bereits mitgegeben, "wer nur mit Kleingeld spielt, der verdient auch nur Kleingeld". Mit dieser Motivation geht der Trader an den Start. Seine Aussichten sind fatal.
Die Ausgangslage, in einer kleinen Zeiteinheit (5min, 1min Chart) zu handeln, kombiniert mit einem hohen Einsatz, bringt die meisten Trader um ihr wohlverdientes Geld. Zu undurchsichtig ist der Markt auf sehr kleinen Zeitebenen. Zu zufällig sind die Kursbewegungen. Doch trotzdem verlangt der Trader danach. Denn nur in den kurzen Zeitfenstern kann er einen Erfolg oder Misserfolg schnell feststellen.
Darum geht es den meisten Tradern. Sie wollen in kurzer Zeit sehen, ob das, was sie sich zurecht interpretiert haben, auch erfolgreich abgeschlossen wird. Ein Trader macht ja nicht einen Plan für einen Trade und lässt es sein, wenn dieser schiefgeht. Nein, wenn der Trader eine Position eröffnet, und sich diese in kurzer Zeit als ein Fehltrade herausstellt, dann eröffnet der Trader einfach eine neue Position. Warum? Er hat das Ergebnis, dass sein erster Trade schlecht war, er will es besser machen und eröffnet gleich einen zweiten. Noch bevor der zweite Trade zu Ende ist, wird schon am dritten gefeilt. Sollte der zweite ausgestoppt werden, dann wird man den dritten eingehen, den man sich mental schon zurechtgelegt hat.
Eigentlich will der Trader schnelle Profite sehen, stattdessen sammeln sich schnelle Verluste. Das alles, weil er keine Zeit hat, er will sofort reich werden, er will den Sportwagen gleich nächste Woche fahren. Auch wenn es im Volksmund heisst "Zeit ist Geld", beim Trading ist Ruhe und Langsamkeit mehr wert. An der Börse kann man mit vielen kleinen erfolgreichen Trades den Sportwagen schneller erreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team